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FREIES GESTALTEN MIT GIPS
Datum: Donnerstag, 19. April bis Samstag, 21. April 2012
«Ich habe wahrscheinlich nicht das Temperament, um eine halbe Stunde vor dem Stein zu sitzen und zu sehen, ob man noch ein bisschen wegschlagen soll. Mit Gips kann ich drauflos machen und es wegschlagen. Und wenn es dann kaputt ist, geh ich am nächsten Tag wieder hin und setze etwas hinzu.» Hans Josephson
Ähnlich wie Wachs hat auch Gips eine erstaunlich reiche Geschichte als Werkstoff – vom Gipsmörtel (zum Verfugen) über Stuckornamentik (seit der Antike) bis zu den Gipsabgüssen klassischer Plastik als Anschauungsmaterial im akademischen Bereich.
In der bildenden Kunst sind Gipsplastiken traditionell eine der möglichen Vorstufen für den Bronzeguss. Im Jahr 2006 zeigte das Kunsthaus Zürich jedoch Alberto Giacomettis „Originalgipse“, aus den 20er und 30er Jahren – eine Überraschung im Vergleich zu den Bronzegüssen der 50er Jahre: In ihrer hellen, schwerelosen Materialität erscheinen sie ganz neu und andersartig als ihre bekannten „Geschwister“. An der Schwelle zur Moderne experimentierte schon Auguste Rodin gerne mit Gips: Seiner impressionistischen Sensibilität entsprachen das schnelle, spontane Vorgehen und das „non finito“ bewegter Oberflächen, die er mal schimmernd glatt, Licht reflektierend, bearbeitete oder schrundig stumpf beliess.
Für das Gestalten mit Gips genügen Gipspulver, Wasser und wenige Werkzeuge. Man kann in Schalen giessen, übers Gerüst formen, noch Formbares modellieren, Ausgehärtetes sägen, Gegenstände ab- oder eindrücken, Stoffe in Gips tauchen und erstarren lassen. Das Arbeiten mit Gips ist ein endlos offener Prozess der Formfindung (der Merzbau von Kurt Schwitters!) – exemplarisch für plastisches Gestalten überhaupt.
In dem 3tägigen Workshop werden die verschiedensten Möglichkeiten und Eigenschaften des Materials experimentell vorgestellt und in eigenständigen Arbeiten erprobt.
Kursleiter
Nick Micros, Bachelor in Fine Arts, Gettysburg College (USA), 1982
Studium der Steinbildhauerei in Florenz, Assistent bei M. Puryear und L. Bourgeois, Pollock-Krasner-Preis 1999, J.S.Guggenheim-Preis 2005, Werkbeiträge des Kantons Zürich 2007, 2008
Kosten
CHF 480.-- (inklusive Material)
Teilnehmerzahl
mindestens 6, maximal 11 Teilnehmende




